Kultur, Austausch und klare politische Positionen prägten die „Kohl & Kultur“-
Tour von Bürgermeisterkandidat Micha Recklies (Bündnis 90/Die Grünen) gemeinsam mit
der Bundestagsabgeordneten Lena Gumnior.
Nach dem Auftakt am Feuerwehrhaus führte die Wanderung ins Kulturzentrum KaFF. Dort erhielten die Teilnehmenden eine Führung durch die Ausstellung „100 Frauen“ anlässlich des 100. Geburtstags des Künstlers Zöhl – persönlich begleitet von seinem Sohn Jan Zöhl. Die Ausstellung, die Frauen in den Mittelpunkt stellt, bildete einen passenden Rahmen für die anschließenden Gespräche.

Im Verlauf der Wanderung und später bei Berkelmann entwickelte sich ein intensiver Austausch über aktuelle gleichstellungspolitische Herausforderungen im Flecken Ottersberg. Hintergrund ist der Beschluss von FGBO, CDU und FDP, die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten künftig nur noch ehrenamtlich zu besetzen. Lena Gumnior brachte dazu die frauenpolitischen Forderungen des Kreisfrauenrates zur Kommunalwahl 2026 ein. Diese sehen ausdrücklich die Sicherstellung einer hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten vor – ebenso wie konkrete Maßnahmen in den Bereichen Kinderbetreuung, Schutz vor Gewalt, gerechte Haushaltsplanung und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Für Micha Recklies ist die Entscheidung der Mehrheitsgruppe ein falsches Signal: „Wir werden uns diesen Aufgaben stellen müssen. Es betrifft immerhin die Hälfte der Menschen im Flecken Ottersberg“, so Recklies im Gespräch mit den Teilnehmenden. „Gleichstellung ist keine freiwillige Zusatzaufgabe. Sie braucht Zeit, Ressourcen und professionelle Strukturen.“
Deutlich wurde an diesem Abend: Viele Bürgerinnen und Bürger sehen die geplante Ehrenamtlichkeit kritisch. Der Austausch zeigte, dass Gleichstellung, faire Teilhabe und verlässliche Unterstützungsangebote zentrale Zukunftsfragen für die Kommune sind. Recklies machte klar, dass er als Bürgermeister für eine starke, hauptamtlich verankerte Gleichstellungsarbeit eintreten werde. „Wer Verantwortung für eine moderne Kommune übernehmen will, darf Gleichstellung nicht zur Nebensache erklären.“
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